SZ vom 22.01.2016

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„Die gesamte Schulzeit von der ersten bis zur vierten Klasse ist finanziell gesichert“, berichtet Schulleiter Gerd Meiborg von den Bemühungen der Privatschule, Sponsoren zu finden. Geholfen habe dabei vor allem die Firma Möhlenhoff, die 5000 Euro für dieses Schuljahr gegeben habe. Weitere 1000 Euro seien über andere Sponsoren zusammengekommen. Das reiche für drei Flüchtlingskinder, sagt Meiborg: „Denn ein Schulplatz kostet die Schule 1800 Euro.“
Mit der aus Syrien stammenden Palästinenserin Maisaa Ghwuini hat die Grundschule zudem eine Dolmetscherin gewonnen, die sich bereiterklärt hat, bei der Verständigung mit Arabisch sprechenden Kindern zu helfen. Ghwuini hat bereits regen Kontakt zu der Schule, hatte sie doch Meiborg vor ein paar Monaten gefragt, ob sie nicht mal hospitieren könne, um so die deutsche Sprache zu lernen. Das habe bestens funktioniert, berichtet Meiborg. „Frau Ghwuini und die Kinder haben sich gegenseitig beim Lernen geholfen.“ Nun kenne die 45-Jährige alle Schulabläufe. „Sie weiß auch, was ein Sitzkreis oder eine Morgenandacht ist“, sagt Meiborg und grinst.

Flchtlingskinder

Foto: Comes

Dass in der evangelischen Grundschule mit den Flüchtlingskindern nun auch Religionen aufeinanderprallen werden, sei kein Problem. „Wir haben schon jetzt Muslime unter den Schülern“, sagt Meiborg. „Wir missionieren uns nicht gegenseitig. Wir respektieren die Religion des jeweils anderen.“
Den Flüchtlingen – auf die sich Lehrer, Schüler und Eltern gleichermaßen freuten – wolle die Schule erst einmal ermöglichen anzukommen. „Sie sollen in Ruhe die Sprache lernen“, sagt Meiborg, dessen Schule keine Klassen, sondern Lerngruppen mit jeweils Schülern der Jahrgangsstufen eins bis vier hat. „Unsere Schule lebt Inklusion. Und Inklusion bedeutet ,Schule für alle‘“, erläutert der Schulleiter. „Jedes Kind ist eine Herausforderung.“ Da machten die Flüchtlinge keine Ausnahme. Ginge es nach ihm, könnten die Flüchtlinge schon „morgen an der Schule anfangen“. Doch so weit ist die Stadt Salzgitter noch nicht. Ihr liege bisher kein Antrag der Privatschule auf Beschulung von Flüchtlingskindern vor, teilt die zuständige Dezernentin Christa Frenzel auf die Frage mit, wann die ersten Flüchtlingskinder in Watenstedt eingeschult werden. Davon habe die Schule bisher nichts gewusst, sagt wiederum Schulleiter Meiborg. Und: „Wenn ein Antrag nötig sein sollte, werden wir ihn stellen.“

 

 

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