SZ vom 26.02.2015

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Mit ihrem Experiment überzeugten sie am Freitag die Jury des Wettbewerbs „Jugend forscht/ Schüler experimentieren" in Braunschweig. Die Grundschüler holten sich den ersten Platz und setzten sich gegen ältere Gymnasiasten durch.Lennart-Justus
Fast 100 Arbeitsstunden haben die beiden Forscher in ihr Experiment gesteckt. Ihr Lehrer Matthias Rehse und Lennarts Vater Sebastian Bütefisch unterstützten sie dabei.
„Ich habe ein YouTube-Video gesehen, indem zwei 15-jährige einen Wetterballon steigen ließen. So bin ich auf die Idee gekommen", erklärte Lennart Bütefisch.
25 Kilometer hoch flog der Helium-Ballon. Die beiden Elfjährigen wollten eine Höhenformel überprüfen, die besagt, dass alle 100 Meter die Temperatur um 0,65 Grad Celsius fällt.
Dabei mussten sie einiges an Kreativität aufwenden. Einen alten Regenschirm nutzten sie als Fallschirm. Zum Messen der Flughöhe und der dort vorherrschenden Temperatur verwendeten sie Sensoren, deren Signale mit zwei Spannungsmessgeräten angezeigt werden. Anhand der Messwerte konnten sie Druck, Höhe und Temperatur bestimmen.
Am Donnerstag vor einer Woche schickten die beiden Jungen ihre Sonde in die Stratosphäre. Mit an Bord war eine Kamera, die fantastische Aufnahmen über den Wolken gemacht hat. Als Maskottchen hatten sie ein rotes Lego-Männchen mitreisen lassen. „Wir sind ja auch aus der roten Lerngruppe", sagte Justus von Harten.Lego
Um den Aufenthaltsort bestimmen zu können, brachten sie in der Sonde einen GPS-Sender an, welcher über das Handynetz Signale aussendet. Doch nicht lange nach dem Start der Sonde sank die Stimmung der Forscher auf den Nullpunkt. Das Signal zu ihrer Sonde war abgebrochen, weil das Handynetz ab einer gewissen Höhe aufhört. „Wir hatten Angst, dass die Sonde mit einem Flugzeug kollidiert ist", erzählte Lennart Bütefisch.
Gegen Abend kam die Entwarnung: Sie empfingen wieder ein Signal. Die Sonde war nach circa acht Stunden in der Nähe von Berlin auf einer Wiese sicher gelandet. Sie hatten dabei großes Glück. Wäre die Sonde auf einem Baum, einem Firmengelände oder im Wasser gelandet, hätten sie die Sonde wahrscheinlich nicht wieder gesehen. So konnten sie die Messergebnisse und die Aufnahmen sichern. Bei der Auswertung habe sich bisher ergeben, dass die Höhenformel höchstwahrscheinlich bis zu einer Höhe von zehn Kilometern haltbar sei.
Die Heinrich-Albertz-Schule war bei dem Wettbewerb mit insgesamt drei Teams vertreten. Ein Mädchen-Team holte sich einen dritten Platz.

 

 

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